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In der Bibliothek entdeckt:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dezember 2018

Jochen Till: Luzifer junior - Zu gut für die Hölle

Luzifer junior ist, wie der Name ja schon verrät, der Sohn des Teufels. Er fühlt sich pudelwohl in der Hölle und hat viel Spaß mit seinem Hausdämon Cornibus. Aber Luzifer senior- der Chef der Hölle - hat ein Problem mit seinem Junior Luzi u.z. ist dieser viel zu gut. Und „Gut-Sein“ ist natürlich eine Eigenschaft, die ein Teufel eben nicht haben sollte. Wie bringt man also einem kleinen Teufel das Böse-Sein bei? Ja genau, in dem man ihn auf die Erde schickt – denn von den Menschen kann man das Böse-Sein wunderbar lernen.
Luzi ist von dieser Idee aber alles anders als begeistert, er will in der Hölle bleiben. Die Hölle ist nämlich ein spannender und unterhaltsamer Ort - Luzifer senior ist sehr einfallsreich und hat verschiedene Abteilungen geschaffen, je nach Vergehen werden die Menschen  auch unterschiedlich bestraft. So gibt es z. B. eine Abteilung für notorische Falschschreiber – dort müssen die Falschschreiber den ganzen Tag auf einer dämonischen Schreibmaschine tippen und sobald sie eine Fehler machen, beißt ihnen die Schreibmaschine einen Finger ab. Auch die Heavy Metals Fans werden eigens bestraft, sie werden den ganzen Tag mit Volksmusik beschallt.
Ob Luzi nun will oder nicht, Luzifer senior braucht einen richtig bösen Nachfolger, also muss Luzi hoch auf die Erde in ein Internat.
Auf der Erde angekommen, beginnt ein vollkommen neues Leben für Luzi. In der Hölle unsterblich, wird er auf der Erde mit höllischen Schmerzen konfrontiert: er schneidet sich mit einer Buchseite in den Finger und wird sofort ohnmächtig. Auch Gefühle sind in der Hölle ein Fremdwort – als Luzifer das erste Mal weinen muss, gerät er in Panik, denn er glaubt, sein Gesicht zerfließt und löst sich auf.
Im Internat merkt Luzi schnell, wer die richtig bösen Jungs sind und er will in ihre Clique aufgenommen werden, um das Böse-Sein zu lernen. Dafür muss er eine Mutprobe absolvieren – diese Mutprobe ist für Luzi aber nicht machbar. Wieso soll er jemanden, der nichts Böses getan hat, Böses tun? Das kann Luzi nicht verstehen und das will Luzi auch nicht verstehen. Daraufhin wendet er sich von den bösen Jungs ab und findet 3 tolle Freunde – auch dies eine neue Erfahrung für den kleinen Teufel: Freunde haben!
Als Sohn des Teufels hat Luzi auch auf der Erde dämonische Kräfte – er weiß aber gar nicht, welche dämonischen Kräfte er hat, diese tauchen in den unmöglichsten Situationen einfach auf und sorgen für manches Chaos. Für ständiges Chaos sorgt Cornibus – der Hausdämon von Luzi. Er hat sich heimlich mit auf die Erde geschmuggelt, weil er ohne Luzi nirgends sein möchte. Cornibus hat die Fähigkeit, sich in jedes beliebige Tier zu verwandeln. Meistens nimmt er die Form einer dicken Hauskatze an, liegt auf Luzis Bauch, lässt sich kraulen und verschlingt Schokolade. Wenn aber Gefahr für Luzi droht, wird Cornibus auch schnell mal zu einem gefährlichen Löwen oder mächtigen Tyrannosaurus Rex. Dies alles sorgt dafür, dass das Leben von Luzi auf der Erde nie langweilig wird!
Das Buch „Luzifer Junior“ ist eines der schönsten Kinderbücher, die mein Sohn und ich bisher gelesen haben. Und es eignet sich hervorragend als Familienlektüre – die Kids lesen einige Seiten vor und dann kann die Vorlesestunde für Mamis und Papis beginnen – und liebe Eltern, das ist wirklich ein Buch, an dem auch Erwachsene ihren Spaß haben, denn dem tollen Humor von Till Jochen kann sich kaum jemand entziehen.  Und für alle, die Gefallen an diesem Buch finden, gibt es gute Nachrichten - es gibt nämlich noch 4 weitere Bücher aus der Reihe „Luzifer junior“!

Anita und Patrick Strozzega

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 November 2018

Das Ende der Megamaschine

Lesen kann verschiedene Wirkungen haben. Entweder muss man dauernd lachen (z.B. beim Lesen alter Micky Maus Hefte) oder man bekommt eine Erleuchtung (z.B.: bei den Walsh-Büchern) oder es trifft einen wie ein Hammer.
Letzteres ist mir beim Buch „Das Ende der Megamaschine“ geschehen, genauso wie Bekannten,  mit denen ich mich darüber unterhalten habe. Denn hier werden komplexe Zusammenhänge verständlich und ungeschönt erklärt.
Was ist die „Megamaschine“? Es ist eine Art bildlicher Ausdruck von einer Energie, die über Jahrhunderte die Menschen zu einem bestimmten, häufig zerstörerischen Handeln antreibt. Sie ist zusammengesetzt aus den Machtgruppierungen Politik, Finanz und Wirtschaft, Militär, z.T. Kirche, die voll in das Privatleben der Menschen eingreifen, um sie sich für ihre eigenen Ziele zunutze zu machen.  Dieses Macht-Konglomerat  zermalmt alles, was ihm im Wege steht. Seine Antriebskräfte sind die Herrschaft und die Gier. Diese Kräfte zetteln Kriege an, beuten ganze Völker aus oder zerstören diese total, Stichwort Kolonialisierung.
Sie zwingen Massen von Menschen in die Armut, um sich selbst zu bereichern. Durch mediale Benebelung halten sie die Menschen in Unwissenheit, damit diese nicht aufstehen und ihr Joch abschütteln. Sie versprechen dem Volk ewiges Glück und Gerechtigkeit im Jenseits, damit es im Diesseits Ruhe gibt. Sie vergewaltig(t)en die Erde, indem sie ihr die Rohstoffe entreißen, um das Eisen zu gewinnen, mit denen sie Waffen schmieden, um andere Völker zu überfallen. Sie erfanden die Silbermünzen, um die Soldaten für ihre Eroberungsfeldzüge zu bezahlen. Dazu brauchten die Herrscher auch noch das Volk, dem sie Steuern und Abgaben abpressten, nur um die Megamaschine am Laufen zu halten. Es gab Zeiten, wo 80% der Staatsausgaben ins Militär flossen. Und heute? Wie viel Geld und Macht hat die Rüstungsindustrie heutzutage?
Ich rede hier von der Vergangenheit, von der Gegenwart und ich fürchte, auch von der Zukunft.
Also: Hopfen und Malz verloren? Nein nicht ganz. Der Autor versucht, sich selber Mut zu machen. Er hofft auf die neuen Medien, die nicht mehr so leicht von oben zu kontrollieren sind. Er hofft auf einen zukünftigen Widerstand der Jungen.  Viele wollen Gerechtigkeit, wahre Demokratie, natürliche Nahrung, weniger Ausbeutung von Mensch, Tier, Pflanzen und Erde. Wir wollen, dass die Religionen aufhören, uns Märchen zu erzählen und sich stattdessen auf das Wesentliche, die Nächstenliebe, konzentrieren. Wir wollen, dass die besten Leute an die Macht kommen, wir wollen, dass Kriege eingestellt und nicht immer wieder neu angezettelt werden usw.

Der Autor ist kein Verschwörungstheoretiker! Wenn man dieses Buch liest, gehen einem die Augen auf. Denn man schaut ein wenig hinter die Kulissen des großen Welttheaters…

Das Buch „Das Ende der Megamaschine“ ist von Fabian Scheidler geschrieben. Hut ab! Eine Meisterleistung. Auch wenn es manchmal zum Verzweifeln ist, - das Leben ist trotz allem schön.

Diese Buchbesprechung widme ich einem Freund, der das alles bereits weiß und noch sehr viel mehr – Ernst Zuegg.

Paul Tanzer

 

 

Oktober 2018

Mister Weniger von Andrew Sean Greer

Mein Name ist Birgit Windegger,  ich bin 22 Jahre alt und studiere Deutsche Philologie in Wien. Aufgewachsen bin ich im Ultental und seit Februar ansässig in Lana. Im Sommer 2018 durfte ich in der Bibliothek Lana ein Praktikum absolvieren. Die Zeit in der Bibliothek war sehr angenehm und spannend und sehr schnell vorübergegangen. Auch habe ich mehrere Bücher in der Bibliothek entdeckt. Die Entscheidung fiel schlussendlich auf ein Buch, welches mich ausgewählt hat. Beim Einbinden fiel mir „Mister Weniger“ von Andrew Sean Greer in die Hände und wollte gelesen werden. Dabei handelt es sich um eine Liebeskomödie, spannend, lustig und unterhaltend.

Nachdem Freddy beinahe 10 Jahre lang Arthur Wenigers Liebhaber war, trennt er sich von ihm um Monogam zu werden und zu heiraten. Gleich darauf entschließt sich der Verlassene jede Einladung, die er seinem Job verdankt, anzunehmen, um bei der Hochzeit nicht anwesend sein zu müssen. Arthur will sich ablenken, aber oft genug kommt es vor, dass er in Gedanken an einem anderen Ort ist: In seiner Kindheit, bei Freddy, aber auch bei anderen vergangenen Liebhabern. Während der Reise trifft der Autor auf viele verschiedene interessante Charaktere und Orte. Er trifft mehrfach die Liebe, welche nie optimal läuft. Zum Schluss kommt alles anders als man vielleicht erwartet hätte…

Vielen Dank für die Zusammenarbeit aller, die in der Bibliothek arbeiten und mithelfen. Viele spannende Lesestunden für den Oktober wünscht:

Birgit Windegger

 

September 2018

Frostnacht von Arnaldur Indridason

Ich durfte heuer zum zweiten Mal ein Sommerpraktikum in der Öffentlichen Bibliothek Lana absolvieren. Mein Aufgabenspektrum ist sehr breit: Neue Bücher auspreisen und einbinden, das Interagieren mit den Kunden an der Theke und das Erstellen von Ausstellungen. Zudem kontrolliere und räume ich täglich Dutzende Bücher ein. Dabei ist mir ein Taschenbuch sofort ins Auge gefallen: Frostnacht von Arnaldur Indridason. Der Klappentext und das Cover hatten mich sofort dazu gebracht den Islandkrimi zu lesen.


Ein offenbar kaltblütiger Mord an einen 10-jährigen Jungen isländisch-thailändischer Abstammung namens Elias sorgt in ganz Island für Unruhe. Aufgrund des ungewöhnlich kalten Winters ist der hilflose Junge im eigenen Blut am Boden festgefroren. Die Ermittler der Kripo Reykjavik stehen vor einem großen Rätsel. Sie beginnen die Ermittlungen indem sie sich auf das direkte Umfeld des Kindes konzentrieren: die Lehrer, die Mitschüler und die Angehörigen. Es gibt kaum Spuren, der Einzige der wichtige Informationen über das Geschehen haben könnte, ist der Bruder des Ermordeten. Dieser aber ist spurlos verschwunden. Immer wieder stoßen die Ermittler auf die Themen Rassismus und Migration, die in Island eine große Rolle spielen. Hauptkommissar Erlendur kämpft außerdem mit seiner eigenen Vergangenheit. Als kleiner Junge, gerieten er und sein Bruder in einen Schneesturm; nur Erlendur konnte gerettet werden. Sein Bruder ist seitdem verschollen. Und als wäre das nicht genug, stirbt auch noch sein Kollege Marian Brem. Zudem sucht die Polizei auch einen untergetauchten Kinderschänder. Schließlich wird die Tatwaffe gefunden, die den Kommissaren auf die Sprünge hilft. Es ist ein Schnitzmesser, das aus dem Werkunterricht an Elias Schule gestohlen wurde…

Ein großes Dankeschön an das gesamte Bibliotheksteam und viel Spaß beim Lesen des Buches!
Eure Elisa

 

Juli 2018

Hillbilly-Elegie von J.D. Vance

„Zeit ist eine subjektive Wahrnehmung – manchmal vergeht sie quälend langsam, und manchmal viel zu schnell. Vor allem schöne Momente neigen dazu, viel zu rasch vorbei zu sein. Die letzten acht Monate, während derer ich als Zivildienerin in der Bibliothek Lana tätig war, sind für mich wie im Flug vergangen. Nach dem Abschluss meines Studiums bot mir der Zivildienst die ideale Gelegenheit um die vielfältigen Aufgaben eines/r Bibliothekar/in zu erlernen und mich so auf die Teilnahme an einem öffentlichen Wettbewerb vorzubereiten. Von der Einarbeitung verschiedener Medienarten, über die Mitarbeit an verschiedenen Projekten, wie der Sommerleseaktion für Kinder und Jugendliche,  bis hin zur Leserbetreuung an der Theke war immer Abwechslung geboten und kein Tag glich dem anderen. Die vielen positiven Erfahrungen im direkten Kontakt mit den Bibliotheksbesuchern und  die lockere, angenehmen Atmosphäre im Bibliotheksteam  bestärkten mich in der Entscheidung, dass ich auch zukünftig in diesem Bereich tätig sein möchte.
Und natürlich entdeckte ich immer wieder neue Bücher, Spiele und Filme, welche mich in eine andere Welt entführen und/oder meinen Horizont erweitern. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf meine jüngste Entdeckung:
„Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise“ von J. D. Vance lässt sich wohl am ehesten als Sachroman beschreiben. Die einst stolze Arbeiterschicht des Rust Belt im Nord-Osten der Vereinigten Staaten fühlt sich nach dem Niedergang der alten Industrien vom Rest der Gesellschaft abgehängt und übervorteilt. Tabletten- und Alkoholabhängigkeit, schlechte Schulbildung, Arbeitslosigkeit und Gewalt bestimmen den Alltag der als  Hillbillys oder Hill-People bezeichneten Bevölkerungsgruppe. Viele von ihnen leben am Existenzminimum, doch anstatt nach Lösungen zu suchen und ihre Situation zu verbessern, haben sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft schon lange aufgegeben. Anhand seiner Familiengeschichte versucht Vance zu erklären, wie es zu der gegenwärtigen Misere der amerikanischen Mittelschicht kam, wie sich die Resignation der Hillbillys auf ganz Amerika auswirkt und wie es zum Wahlerfolg von Donald Trump kommen konnte.

Jutta Egger